Donnerstag, 11. August 2011

Die ersten Tage: Pura Vida!

Mein Zuhause:)

14 Tage bin ich jetzt in Costa Rica und ich kann nur sagen. Pura Vida! Pura Vida ist eines der ersten Worte, die ich hier gelernt habe und bedeutet so viel wie Klasse. Die Ticos hier verwenden Pura Vida für so ziemlich alles, das gut sein kann. Wie geht es dir? Pura Vida! Wie ist das Wetter? Pura Vida! Wie war dein Tag? Pura Vida!
Einer unserer Hunde: Choko
Mittlerweile benutze ich diese beiden Wörtchen auch schon selber, denn sie beschreiben genau mein Leben hier. Pura Vida! Viele Leute fragen mich, wie es mir hier in Costa Rica geht, wie das Land, die Leute sind und ob ich mit allem klar komme. Manchmal weiß ich nicht was ich antworten soll, weil Costa Rica einfach unbeschreiblich ist. Jeden Tag sammle ich so viele neue Eindrücke, lerne neue Leute kennen, verstehe die Sprache besser und sehe Dinge, die mir einfach unfassbar erscheinen.
Meine ersten Bedenken, dass es vielleicht schwer sein würde viele Leute zu treffen, waren total unbegründet. Freitags bin ich in meiner Gastfamilie angekommen und Samstags habe ich schon die ersten Freunde gefunden. Die Freundin meines Gastbruders, Kiara, und ein anderes Mädchen, Emma, haben mich mitgenommen zum Tanzen. Es war unglaublich. Die Lateinamerikaner lieben es zu tanzen und das sieht man auch, wenn man ihnen zuschaut. Gefallen hat es mir auf jeden Fall total gut und ich hoffe ich kann in meinem Jahr hier auch ein bisschen etwas lernen. Immerhin habe ich abends, wir waren noch bei Emma zu Hause. Wir haben die Musikanlage aufgedreht und getanzt. Seit diesem Samstagabend kann ich Merenge!


Das ist eines der Dinge, die Costa Rica einfach unbeschreiblich machen. Die Menschen sind alle sehr nett und hilfsbereit. Versuchen dir zu helfen so gut sie können und nehmen dich ohne ein einziges Vorurteil auf.

Irgendwo zwischen Tilaran und Los Angeles

Brandon, Marvin und Ich
Letzte Woche Dienstag hatten alle Schulfrei, weil Feiertag war. Dass wir Schulfrei hatten hieß allerdings nicht Ausschlafen, sondern noch früher aufstehen. Es ist beliebt an diesem Feiertag nach Los Angeles, einem Nachbardorf von Tilaran, zu wandern und das habe ich zusammen mit ein paar Freunden auch gemacht. Nach zwei Stunden wunderschöner Natur, war ich total kaputt, aber gesehen habe ich so unglaublich viel. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt!
In Los Angeles war es auch wunderschön. Rund um die Kirche war ein Straßenfest aufgebaut. Außer jede Menge Krimskrams gab es natürlich auch viel, viel zu Essen. Dass man überall Essen kaufen kann, ist ebenfalls typisch für Costa Rica. In jeder Straße sind kleine Geschäfte, Kiosks oder Männer die Früchte und Ähnliches verkaufen.

 Seit letzter Woche gehe ich auch in die Schule hier in Tilaran. Der erste Tag hat für mich etwas mulmig begonnen. Ich wusste nicht, wie die Schule, die Schüler und Lehrer werden. Meine Gastmutter, Vianney und ein Freund, Tomas, sind zum Glück mitgekommen und haben für mich die Anmeldung organisiert. Ohne die beiden wäre ich absolut aufgeschmissen gewesen, weil ich im Sekretariat absolut nichts verstanden haben.
Es hat schon damit begonnen, dass ich gesagt habe, dass ich nur einen Nachnamen habe und die Sekretärin mir das absolut nicht abkaufen wollte.
Meine Klasse hat mich wirklich gut aufgenommen. Ich wusste nicht, ob sie am Anfang vielleicht ein bisschen misstrauisch mir gegenüber sind, aber ganz im Gegenteil. Alle haben sich gefreut einen neuen Schüler in der Klasse zu haben und dann noch eine Austauschschülerin aus Deutschland! Ich wurde gleich an meinem ersten Tag so ziemlich jedem aus der Schule vorgestellt, so dass ich mir keinen einzigen Namen merken konnte. Aber es war ein gutes Gefühl, zu wissen, dass die Leute sich freuen, dass du da bist.


Mein Gastbruder und seine Freundin: Alberto&Kiara
Das letzte Wochenende habe ich mit Kiara in San José bei ihrem Vater und dessen Familie verbracht. Superlieb! Das beschreibt sie vielleicht am bestem. Der Samstag war etwas schwer für mich, weil Mama Geburtstag hatte. Ich habe versucht zu Hause anzurufen, aber mein Handy wollte leider nicht so wie ich das wollte. Zum Glück hat Papa mich dann nach einigem Hin und Her zurück gerufen und ich konnte Mama gratulieren. Absturz. Zumindest für mich, das erste Mal wieder die Stimmen von meinen Eltern zu hören seit dem ich hier bin, war ziemlich  hart für mich. Es war fast unmöglich zu reden, weil ich das erste Mal seit dem ich hier bin wirklich Heimweh hatte. Außerdem war das Telefonat leider nach zwei Minuten schon wieder beendet, weil ich nicht mehr genug Geld auf dem Handy hatte. Das es einfach abgebrochen hat, hat es auch nicht wirklich leichter für mich gemacht. Kiara, ihre Stiefmutter und Schwester haben mich aber total lieb getröstet und mir sogar einen Schal geschenkt. Ich werde ihn zwar nicht oft tragen können, weil es einfach viel zu warm ist, aber trotzdem war die Geste total nett.
Den Tag haben wir in der Innenstadt von San José verbracht und ich kann es einach immer noch nicht wirklich fassen, dass es hier überall McDonalds, KFC, Burger King, Taco Bell, Subway, etc gibt.
Das unglaublichste von diesem Tag aber war, dass ich Saskia getroffen habe. Saskie ist genau wie ich ein Mädchen aus Deutschland, dass hier mit AFS ein Austauschjahr macht. Wir konnten nicht mehr aufhören zu erzählen!

Das Beste diese Woche? Mit Mama zu skypen! Nachdem das Samstag ja so fehlgeschlagen ist, hat es gut getan, mal zu hören, was daheim alles passiert, während ich weg bin.
Und Mamas Freude darüber, dass mit Skype und Facebook alles klappt, hat mich einfach nur zum Lächeln gebracht! Danke Mama!:)